Ich erzähle meine Geschichte nicht, um mich zu erhöhen. Ich erzähle sie, um Mut zu machen. Ich möchte zeigen, dass jeder Mensch den Weg nach Hause finden kann – wenn er bereit ist, den Verstand als alleinigen Führer loszulassen. Was du hier liest, stammt nicht aus Büchern. Es ist das Destillat aus über 40 Jahren radikaler, persönlicher Erfahrung in der Welt der Mystik.
Ich wurde 1962 in eine einfache Arbeiterfamilie geboren. Schon als Kind, aufgewachsen direkt am Waldrand, erlebte ich Momente, in denen die materielle Welt ihre Festigkeit verlor. Mein Körpergefühl verschwand, und ich blickte direkt in den Stoff, aus dem das Universum gewoben ist.
Am 16. November 1970 geschah das, was man einen Unfall nennt – heute weiß ich, es war Bestimmung. Mit acht Jahren stieß ich mir ein Schnitzwerkzeug exakt in die Stirn, den „Sitz des Gemüts“ (Antaha Karan). Es war ein schmerzhafter Weckruf und das Wiederaufleben einer uralten Verbindung zu Haidakhan Babaji (Shiva/Erzengel Gabriel). Während die Welt in den 70ern im Wandel war, stand ich bereits unter dem inneren Schutz des großen Meisters Param Sant Kirpal Singh.
Der Grundstein war gelegt, so erfuhr meine Seele den Segen der Meister. Mahadev hatte keine Macht mehr über meine Seele. Ich erkannte: Wer Freiheit sein will, muss den Einfluss der Götter und Engel hinter sich lassen. Das Rad der Seelenwanderung endet erst jenseits der Kausalität. Erst wenn die drei Gunas überwunden sind, beginnt die wahre Freiheit. Doch dieser Weg ist schmal – ohne die Gnade eines vollkommenen Meisters hat noch keine Seele den Ausgang aus diesem Labyrinth gefunden.
Jahre später arbeitete ich als Wertpapierdrucker am Tegernsee. Während ich im Außen für höchste Präzision sorgte, herrschte in meinem Inneren eine tiefe Unruhe. Ich verschlang hunderte Bücher über Yoga und Erleuchtung – von Yogananda bis Milarepa. Doch die Seele lässt sich nicht durch Tinte auf Papier sättigen.
Ich erhielt Einweihungen in die Karma-Kagyü-Linie und den Dzogchen Lehren, lernte von großen Rinpoches, doch der letzte Funke fehlte. Ich war müde vom Lesen und wiederholen ewig langer Mantras; ich wollte die Wahrheit finden.
Ostersonntag 1988 wurde zum Wendepunkt. Ich ließ mich in den Kriya Yoga einweihen. Praktisch über Nacht verschwanden alte Laster; ich wurde zum radikalen Asketen. Ich meditierte Tag und Nacht, fastete wochenlang und ignorierte die Welt um mich herum. Noch... arbeitete ich als Wertpapierdrucker und verdiente so meinen Lebensunterhalt.
Nach ca. 60 Tagen extremer Übung, extremer Anstrengungen durch Asanas, Mudras, Bandas und Meditation, geschah es: Um drei Uhr morgens trat ich in den Samadhi ein. Mein inneres Auge öffnete sich. Ich sah die „Blaue Perle“ – einen Zustand jenseits von Zeit, Körper und Intellekt. Es war purer Frieden, ein anstrengungsloser Zustand ohne Verstand und Gedanken. Unglaublich aber wahr, ich hatte in 60 Tagen das unmögliche erlangt, einen Samadhi. Viele Yogis mühen sich Jahrzehnte ab, um einen Samadhi zu erlangen und viele schaffen es nicht.
Als ich aus dem Samadhi zurück kam, blieb tiefe Traurigkeit und ein gefährlicher spiritueller Stolz. Jetzt wollte ich der Welt entsagen und ein weltfremder Yogi werden. Doch es kam ganz anders.
Ich hatte zwar das „Dritte Auge“ geöffnet, aber ich war auf dem Weg in die Isolation. Ich brauchte Führung, um Selbsterkenntnis und Gotterkenntnis zu finden, ohne ein spiritueller Bettler zu werden.
Im Juni 1988 führte mich das Schicksal zu Sant Darshan Singh. Sant Darshan Singh Ji Maharaj (1921–1989) war über 37 Jahre lang als hochrangiger Beamter für die indische Regierung tätig.
Ich dachte, ich wüsste bereits alles über Meditation. Doch sieben Tage in der Gegenwart eines vollendeten Meisters belehrten mich eines Besseren.
Am 26. Juni wurde ich in den Surat Shabd Yoga eingeweiht. Es war, als würde ich von einem alten Fiat in einen neuen Ferrari umsteigen. Warum mühsam zu Fuß gehen, wenn man fliegen kann? Meine Pläne zur Weltflucht lösten sich auf. So besuchte ich den Yogi der mich in den Kriya Yoga eingeweiht hatte und erklärte ihm, dass ich meinen Meister gefunden habe und ich "nie wieder Kriya Yoga üben werde", danach kehrte ich nach Österreich zurück – nicht als Flüchtling vor der Welt, sondern als ein Mensch, der das Leben in seiner Fülle annehmen konnte.
In dieser Zeit lernte ich den entscheidenden Unterschied:
Negative Mystik sucht Gott in der Isolation und flieht vor der Verantwortung.
Positive Mystik bedeutet Integration. Der wahre Meister steht mitten im Leben, geht einer Arbeit nach, sorgt für seine Familie und dient der Gesellschaft – während er innerlich unerschütterlich frei bleibt.
Der Verstand ist ein wunderbares Werkzeug für die physische Welt, aber er ist unfähig, Gott zu finden. Setz dich hin und versuche zu meditieren – sofort wird dein Verstand rebellieren.
"Das Licht scheint in der Finsternis aber die Finsternis hat es nicht begriffen."
Wer sich selbst erkennen will, braucht jemanden, der diesen Weg bereits gegangen ist. Wer lehrte dich sprechen, schreiben oder Autofahren? Warum glaubst du, dass du die höchste aller Wissenschaften – die der Seele – ohne Führung meistern kannst?
"Wann oh Mensch warst du ohne Lehrer?"
„Alles Gute in meiner Geschichte ist der Verdienst meines Lehrers Sant Darshan Singh ji Maharaj.
Alle Fehler und Unzulänglichkeiten sind allein meine Schuld.
Ich bin nur ein Suchender zu Füßen der großen Meister."
Sant Darshan Singh Ji Maharaj (1921–1989) war weit mehr als ein spiritueller Lehrer. Er war über 37 Jahre lang als hochrangiger Beamter für die indische Regierung tätig. Als weltweit anerkannter „Dichter-Heiliger“, Friedensbotschafter und Begründer der Sawan Kirpal Ruhani Mission (Wissenschaft der Spiritualität) lebte er vor, wie man höchste spirituelle Verwirklichung mit einem aktiven, verantwortungsvollen Leben in der modernen Welt verbindet.
Schon in frühester Kindheit wurde der Grundstein für sein Wirken gelegt. Geboren am 14. September 1921 in Indien, wurde er bereits im Alter von fünf Jahren von dem großen Meister Baba Sawan Singh Ji Maharaj initiiert. Unter dessen direkter Führung vertiefte er über Jahrzehnte hinweg sein Wissen und seine Erfahrung in der Meditation über das innere Licht und den inneren Klang.
Getreu dem Ideal der „Positiven Mystik“ war Sant Darshan Singh kein weltflüchtiger Asket. Er absolvierte das Government College in Lahore und diente 37 Jahre lang als hoher Regierungsbeamter im indischen Staatsdienst, bevor er als stellvertretender Sekretär in den Ruhestand ging. Er bewies damit, dass Meditation und tiefe Spiritualität kein Hindernis für beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung sind – sondern deren Fundament.
Sant Darshan Singh gilt als einer der bedeutendsten Mystiker-Dichter seiner Zeit. Er verfasste seine Werke vorwiegend in Urdu, der Sprache der Poesie. Seine Dichtkunst wurde mehrfach von der renommierten Urdu Academy ausgezeichnet.
Seine Verse sind keine bloße Literatur; sie sind ein lebendiger Ausdruck der Sehnsucht der Seele nach Gott und wurden in über 50 Sprachen übersetzt, um Menschen weltweit im Herzen zu berühren.
1978 gründete er die Wissenschaft der Spiritualität (Science of Spirituality), um die zeitlose Weisheit der Mystik in einer modernen, wissenschaftlichen Sprache zugänglich zu machen.
Internationale Mission: Auf seinen vier großen Weltreisen besuchte er unter anderem Deutschland und inspirierte tausende Suchende durch seine Vorträge.
Wachstum: Unter seiner Leitung entstanden weltweit über 550 Meditationszentren.
Kontinuität: Er bestimmte seinen Sohn, Sant Rajinder Singh Ji Maharaj, zu seinem Nachfolger. Dieser führt das Werk heute mit derselben Liebe fort. Mittlerweile gibt es weltweit über 3.500 Zentren, in denen die Meditation unentgeltlich und für Menschen aller Kulturen und Religionen gelehrt wird.