Die Chakras
Die Chakras
Hinter unserem physischen Körper verbirgt sich ein komplexes System aus Energieströmen, das unser Leben, unsere Wahrnehmung und unser Bewusstsein steuert. Man kann es sich wie eine unsichtbare Landkarte vorstellen, auf der zwei Hauptströme die Richtung vorgeben:
Der motorische Strom (Prana): Er kontrolliert unsere Lebensfunktionen, wie den Atem und die körperliche Bewegung. Er ist die Summe aller Naturkräfte in uns.
Der sensorische Strom (Aufmerksamkeit): Dies ist der Strom unserer Wahrnehmung. Während herkömmliche Praktiken wie Pranayama oder Kundalini Yoga oft auf der Ebene des Prana arbeiten, stoßen sie dort an eine natürliche Grenze. Um in höhere spirituelle Regionen vorzudringen, bedarf es einer Ausrichtung, die über die rein vitale Energie hinausgeht.
In unserer Wirbelsäule befinden sich fünf Chakras, die als energetische Schaltstellen für unseren Körper fungieren. Sie sind nicht nur für unsere Vitalität zuständig, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle beim Übergang am Ende des Lebens, wenn sich die Seele schrittweise zurückzieht:
Guda Chakra (Steißbein): Die Basis. Wenn hier die Energie weicht, verlieren die Extremitäten (Hände und Füße) ihre Empfindung.
Indri Chakra (Kreuzbein): Das Zentrum der Schöpfungskraft. Das Erlöschen dieser Energie äußert sich in einer spürbaren Kälte im Körper.
Nabi Chakra (Nabel): Der Sitz der Gleichverteilung. Wenn dieser Punkt zur Ruhe kommt, stellen die lebenswichtigen Organe ihre Arbeit ein.
Hirdy Chakra (Herz): Das Zentrum des Rhythmus. Mit dem Stillstand dieses Chakras endet der Herzschlag.
Kanth Chakra (Kehlkopf): Die Pforte zum Ausdruck. Hier entsteht der letzte physische Laut, bevor die Sinne sich endgültig nach innen und oben richten.
Abseits der fünf körperlichen Chakras existiert ein Punkt, der nicht an die physische Materie gebunden ist: Shiv Netra, auch bekannt als das Dritte Auge oder Disra Til.
Es befindet sich in der Mitte der Stirn und ist kein Chakra im herkömmlichen Sinne, sondern ein spiritueller Ort der Stille. In der Meditation dient es uns als Fokuspunkt. Hier verbinden wir uns direkt mit unserer Seele und dem reinen Bewusstsein – es ist der Ausgangspunkt für die Reise in die inneren Welten, weit über die Grenzen des physischen Körpers hinaus.
Wusstest du? Während die unteren Chakras uns mit der Erde und dem Überleben verbinden, öffnet uns das Lichtauge den Zugang zu einer Ebene, die jenseits von Raum und Zeit liegt.
Auflistung und Funktionen der 5 Chakras
1. Guda oder Muladhara (Rektum - Steißbein)
Herrschende Gottheiten (Hindu u. Sufi): Ganesha, 4-Blättriger Lotos mit 4 Sanskrit Silben
Verbundenes Element: Erde
Vorherrschende Farbe: gelb
Funktion des Zentrums: Reinigung des Körpers
Verdienste aus der Meditation: Befreit einen von allen Unzulänglichkeiten und verleiht die Fähigkeit der Levitation.
2. Indri oder Svadhishthana (Zeugungsorgan - Kreuzbein)
Herrschende Gottheiten: Brahma (Michael), 4-Blättriger Lotos mit 6 Sanskrit Silben
Verbundenes Element: Wasser
Vorherrschende Farbe: blau
Funktion des Zentrums: Erzeugung der Art
Verdienste aus der Meditation: Furchtlosigkeit, Freisein von allen Bindungen.
3. Nabhi oder Manipura (Nabel - Solarplexus)
Herrschende Gottheiten: Vishnu (Israel), 8-Blättriger Lotos mit 8 Sanskrit Silben
Verbundenes Element: Feuer
Vorherrschende Farbe: rot
Funktion des Zentrums: Erhaltung und Bewahrung der Art
Verdienste aus der Meditation: Herr allen Begehrens, heilt alle Krankheiten und Leiden. Seher von verborgenen Schätzen; befähigt, in andere Körper einzudringen.
4. Hirdey oder Anahata (Herz - Thymusdrüse)
Herrschende Gottheiten: Shiva (Gabriel), 12-Blättriger Lotos mit 12 Sanskrit Silben
Verbundenes Element: Luft
Vorherrschende Farbe: bläulich-weiß (rauchig)
Funktion des Zentrums: Auflösung, Verfall u. Tod der Art
Verdienste aus der Meditation: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft offenbaren all ihre Geheimnisse.
5. Kanth oder Vishuddha (Kehle - Schilddrüse)
Herrschende Gottheiten: Shakti (die große Mutter des Universums), 16-Blättriger Lotos mit 16 Sanskrit Silben
Verbundenes Element: Äther (alles durchdringend)
Vorherrschende Farbe: weiß (fleckenlos)
Funktion des Zentrums: Die alles kontrollierende Kraft durch die drei Regenten (wie oben erwähnt) mit ihren spezifischen Funktionen.
Verdienste aus der Meditation: Befähigt einen, ein Yogishwar zu werden, und Kenner der Veden und ein Leben von 1000 Jahren zu leben.
6. Agya oder Ajna (Der goldene 2 Blättriger Lotos, befindet sich hinter und zwischen den Augenbrauen und ist ein Spirituelles Chakra)
Herrschende Gottheiten: Atman, der entkörperte Geist, befreit von allen Gewändern.
Verbundenes Element: Das aktive Lebensprinzip; die eigentliche Seele der Schöpfung.
Vorherrschende Farbe: Strahlung und Glanz in voller Pracht – unaussprechlich.
Funktion des Zentrums: Alles in allem, allem innewohnend. Das Alpha und Omega von allem das ist, sichtbar und unsichtbar.
Verdienste aus der Meditation: Erweist die Gunst der höchstmöglichen Gabe; mit allen Kräften – beiden, natürlichen und übernatürlichen.